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26.8.2010 | Veranstaltung vom Regionalen Zentrum Hessen/Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ), der IHK Frankfurt sowie dem Wirtschaftskreis Hessen/Rheinland-Pfalz der Carl Duisberg Gesellschaft e.V.

„Die Zukunft braucht nachhaltig, wirtschaftende Unternehmen“ –
CSR-Symposium in der IHK Frankfurt

Über 190 Teilnehmer aus der Wirtschaft kamen am 26. August 2010 zum Symposium „Verantwortung und Nachhaltigkeit: Unternehmenserfolg langfristig sichern“, dass das Regionale Zentrum Hessen/Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ), der IHK Frankfurt sowie dem Wirtschaftskreis Hessen/Rheinland-Pfalz der Carl Duisberg Gesellschaft e.V. veranstaltete, um sich über die vielfältigen Aspekte und Best Practices des Themas zu informieren.

BildNeu ist das Thema nicht, aber in aller Munde seit der Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Geschäftsführer der IHK Frankfurt, Detlev Osterloh, hob hervor, dass der „ehrbare Kaufmann“ schon seit dem Mittelalter im IHK Gesetz verankert ist. Zahlreiche Unternehmen haben erkannt, das Nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung bedeutende Faktoren für ihre Wettbewerbs – und Innovationsfähigkeit sind. Corporate Social Responsibility (CSR) ist längst kein Schlagwort mehr, sondern ein strategisches Konzept, das für große wie kleine Unternehmen der Weg zum langfristigen Unternehmenserfolg ist.

Sie engagieren sich in sozialen Projekten, legen einen großen Wert auf Sicherung der Arbeitsplätze und auf eine nachhaltige Produktionsweise. Schließlich geht es darum, einen Ausgleich zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu finden, um eine zukunftsfähige Gesellschaft sicher zu stellen. Dies war Konsens der Referenten und aller Teilnehmer gleichermaßen.

Die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften ist ein Wertefundament im Unternehmen, das von allen mitgetragen und gelebt werden muss und nicht nur auf „Hochglanzpapieren“ existieren darf. Unternehmen müssen sich auf Werte beziehen, die auf dem Einzelnen beruhen. Dabei dürfen nach Aussage von Marcus Lübbering, Vorsitzender der Academie Kloster Eberbach "Werte nicht absolut genommen werden“. Das Wertegeflecht muss dabei immer wieder in Balance gebracht werden von den Unternehmen und ihren Führungskräften.

Gesellschaftliche Werte finden sich auch in der hessischen Nachhaltigkeitsstrategie wieder, die von Renate Labonté vorgestellt wurde, Leiterin des Referats Umweltpolitik beim Landesministerium. „Die Bürger wollen kein Wachstum um jeden Preis. Der Umweltschutz und der soziale Ausgleich sind den Menschen wichtig.“ Unternehmen sollten dies berücksichtigen.

Das Werte sich dauerhaft im unternehmerischen Handeln verankern lassen und zum Erfolg führen, zeigten die Praxisbeispiele. Rolf Heimann, Leiter Innovation und Ökologie bei Hess Natur-Textilien GmbH, gab dazu einen transparenten Einblick in die Erfüllung ökologischer und sozialer Standards entlang der Liefer- und Prozessketten. Der Experte für Textilökologie erklärt dazu: „Wir haben das Prinzip der Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen auf den vier Säulen Ökologie, Sozialstandards, fairer Handel und nachhaltige Produktion aufgebaut. So schaffen wir eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie.“ Als Beispiel stellte er ein Projekt in Burkina Faso vor, bei dem 6.000 Bauern Bio-Baumwolle für Hess produzieren. Dabei wird mit den Lieferanten nicht nur ein awareness-Training durchgeführt, sondern lokale Auditoren der Fair Wear Foundation überprüfen regelmäßig die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter vor Ort.

„Ein Mensch allein kann nicht viel ausrichten; aber gemeinsam sind unseren Erfolgen keine Grenzen gesetzt.“ Mit diesem Zitat von Poul Due Jensen, Grundfos Gründer, stieg Oliver Wittstock in seinen Vortrag ein. Er betont als Mitglied des Geschäftsleitungsteams der Grundfos Pumpenfabrik GmbH, wie wichtig das Handeln im Team ist. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Nachhaltigkeit ist aus seiner Sicht, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter Verantwortung im Unternehmen übernehmen, als ob es ihr eigenes wäre. Die Managementsystematik nach dem EFQM-Modell für Excellence war dem Unternehmen eine wesentliche Stütze zur Verankerung ihrer Werte in den Prozessen. 2006 hatte Grundfos mit der Umsetzung den 2. Preis beim Ludwig-Erhard-Preis, dem deutschen Qualitätspreis erhalten.

Wie Unternehmen die gesellschaftlichen Belange grundsätzlich in die eigene Nachhaltigkeitsstrategie einbinden können, erläuterte Thomas Merten, Trifolium Beratungsgesellschaft anhand verschiedener Ansätze. Nachhaltigkeitsaktivitäten setzen am besten direkt am Kerngeschäft an. Die Entwicklung des klassischen Unternehmenswertes zum nachhaltigen Unternehmenswert hängt insbesondere von der Einbindung der Interessengruppen wie z.B. Kunden, Lieferanten, Nachbarn, Politik oder Jugendlichen ab. Dadurch ergeben sich Mehrwerte und Innovationen, so dass am Ende des Symposiums klar war: „Nachhaltigkeit ist, wenn nachher mehr da ist als vorher.“

Martina Ebensen
Projektleiterin, Regionales Zentrum Hessen/Rheinland-Pfalz
E-Mail: martina.ebensen@giz.de

 


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