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auditorium

28. November 2013

Nachhaltige Beschaffung – verantwortlich handeln

Veranstaltung in Köln diskutiert nachhaltige Beschaffung als Verantwortung von Unternehmen, Konsumenten und Politik

Produzenten, Einkäufer und Kunden interessieren sich heute immer mehr für das Management einer gesamten Lieferkette. Für den Geschäftserfolg in einer aufgeklärten, verantwortungsvollen Gesellschaft wird „Nachhaltige Beschaffung“ deshalb zunehmend entscheidend.
Welche Verantwortung haben Hersteller, Unternehmen und Verbraucher, wenn sie Waren aus Entwicklungs- und Schwellenländern beschaffen und konsumieren? Wie wichtig sind Zertifizierungen, welche Kosten entstehen? Und welche Strategien verfolgt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit? Im Rahmen der Dialogreihe „Wirtschaft und Entwicklungspolitik“ trafen sich am 28. November 2013 rund 70 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft in der IHK Köln, um darüber zu diskutieren.

Beschaffung aus Kooperationsländern fördern

In seiner Eröffnungsrede betonte Michael Plesch, Leiter des Referats für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im BMZ, die großen Chancen, die nachhaltige Lieferketten bieten – umso mehr, als sich die Beschaffung aus Entwicklungs- und Schwellenländern zwischen 2008 und 2012 fast verdoppelt hat. Unternehmen könnten dazu beitragen, Preisdumping in den Kooperationsländern zu verhindern und Sozial- und Umweltstandards stärken. Zugleich stimulieren Investitionen die lokalen Märkte.
Doch ist den Kunden nachhaltiges Handeln überhaupt wichtig? Boris Hedde vom Institut für Handelsforschung Köln konnte das klar bejahen: Um zukünftig am Markt erfolgreich zu sein, spiele auch das Ansehen der Unternehmen eine wichtige Rolle. Laut einer Umfrage des Instituts seien 87 Prozent der Befragten der Meinung, dass Handel und Industrie sich zu wenig für Nachhaltigkeit einsetzen. 55 Prozent der Befragten denken, dass Unternehmer nur am Gewinn orientiert seien.

Der Handel im Wandel

Für Handelsunternehmen gebe es eine eindeutige Motivation, nachhaltige Lieferketten auszubauen, erklärte Daniela Büchel von der REWE-Gruppe: "Wirtschaften und Nachhaltigkeit sind zwei Seiten derselben Medaille. Wir glauben daran, dass man zukünftig nur so weiter Geld verdienen kann." Funktionieren können das nur, wenn alle Mitarbeiter mitziehen – vom Einkäufer über den Verkäufer bis hin zum Azubi. Bei REWE seit Nachhaltigkeit Chefsache, der Vorstand ist deshalb direkt eingebunden.

Öffentliche Beschaffung als wesentlicher Faktor

Die öffentliche Hand kauft jährlich für rund 350 Milliarden Euro ein: Bettlaken für Krankenhäuser genauso wie Uniformen für Polizisten und Windeln für Kindergärten. Damit hat sie nicht nur eine große Einkaufs-, sondern auch Gestaltungskraft. Denn wenn Aufträge zukünftig ausbleiben, wenn Standards und Nachhaltigkeitsnachweise fehlen, könne dies für Unternehmen einen Anreiz darstellen, ihre Lieferketten entsprechend zu gestalten, sagte Carsten Schmitz Hoffmann, Leiter der SGE Wirtschaft der GIZ.

Angebot und Umdenken

In der abschließenden Diskussion war Konsens, dass nachhaltig beschaffte Waren aus Unternehmenssicht nur dann wirtschaftlich sind, wenn es eine Nachfrage für sie gibt. Entsprechend wichtig sei es, die Konsumenten nach und nach zu einem Umdenken zu bewegen – eine Aufgabe, die bei den Unternehmen selbst liege. Die Politik solle dafür den Rahmen setzen und Anreize für Unternehmen schaffen. „Wir können Unternehmen auf ihrem Weg unterstützen“, sagte Carsten Schmitz-Hoffmann, GIZ. „Dabei setzen wir vor allem smarte Partnerschaftsmodelle zwischen Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit“.

Die Veranstaltung war Teil der Dialogreihe „Wirtschaft und Entwicklungspolitik“, die die Carl Duisberg Gesellschaft e.V. in Kooperation mit der GIZ im Auftrag des BMZ umsetzt. Gastgeber der Veranstaltung war die Industrie- und Handelskammer zu Köln.
Alle Präsentationen und Hintergrunddokumente zu Veranstaltung finden Sie unter www.cdg.de

Kontakt:
Christina Mauer
T  + 49 6196 79-6432
E christina.mauer@giz.de

 

Präsentation: Nachhaltigkeit in der Beschaffung, GIZ ››

Präsentation: Nachhaltige Produkte und Zulieferer, Absicherung einer nachhaltigen Lieferkette, TÜV Rheinland ››

Präsentation: Die strategische Ausrichtung eines Handelsunternehmens auf Nachhaltigkeit, REWE Group ››

Präsentation: Öffentliche Hand: Nachhaltige Beschaffung im Einklang mit dem Sparsamkeitsgebot, Dr. Lale Akgün ››

Präsentation: Standards, Audits, Zertifizierung: Orientierung auf dem Weg zum Nachhaltigen Unternehmen, pwc ››

pptx-iconPräsentation: Nachhaltige Beschaffung als Verantwortung - von Unternehmen, Konsumenten und Politik, Carl Duisberg Gesellschaft ››

Präsentation: Nachhaltigkeit als Treiber des Geschäftserfolgs, Institut für Handelsforschung (IFH Köln) ››


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