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CSR-Symposium 2013:

Lieferketten absichern – Risiken minimieren

Dr. Tanja Engelhardt

Dr. Tanja Engelhardt, Leiterin Unternehmensentwicklung IHK Frankfurt

„CSR hat nichts mit Gutmenschentum zu tun sondern mit gutem Management“, so fasste der Junior-Professor der Universität Mannheim Nick Lin-Hi, die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeiten auf dem CSR-Symposium am 11. Dezember in der IHK Frankfurt vor rund 70 Teilnehmern zusammen. „Niemand macht gerne Geschäfte mit einem Unternehmen, das als unverantwortlich wahrgenommen wird.“

Der Grundsatz des „Ehrbaren Kaufmanns“ der Industrie- und Handelskammern steht auch für die soziale Verantwortung von Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern, wie die Leiterin der Unternehmensentwicklung der IHK Frankfurt, Tanja Engelhardt, bei der Eröffnung ausführte. Die IHK Frankfurt sei dabei auf einem guten Wege, wie die CSR-Veranstaltungen oder die Karma-Konsum-Messen der vergangenen Jahre zeigen. Die Gemeinschaftsveranstaltung mit der Handwerkskammer Frankfurt Rhein Main, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Carl Duisberg Gesellschaft e.V. ist der Startpunkt für weitere Aktivitäten in 2014. „Dazu bedarf es aber der Vernetzung aller Akteure auf wirtschaftspolitischer Ebene.“ Denn Unternehmen wollen sich austauschen und von ihren Erfahrungen berichten.

Fehlverhalten in der Lieferkette wird auch dem Auftraggeber negativ zugerechnet, nicht nur dem Lieferanten. Deshalb sei die Vermeidung von Fehlverhalten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, die Basis für langfristigen unternehmerischen Erfolg, wie Professor Lin-Hi belegt. CSR-Leuchttürme allein sind wenig erfolgsversprechend und einzelne Verfehlungen können wahrgenommene CSR-Leistungen massiv beschädigen und teilweise einen Bumerang-Effekt erzeugen. Seine empirischen Untersuchungen belegen, dass viele Unternehmen einen enormen Nachholbedarf bei der Absicherung ihrer Lieferkette haben und nur unzureichend die Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in Entwicklungs- und Schwellenländern einhalten. Insbesondere das Einkaufsverhalten von Unternehmen wirke oft wie die Sanktionierung von verantwortungslosem Verhalten, führte Professor Lin-Hi aus. Doch im Zeitalter des Internets herrscht Transparenz über das Fehlverhalten von Unternehmen.

Der Kompass Nachhaltigkeit - eine Online-Plattform, die die die GIZ im Auftrag des BMZ entwickelt hat - will speziell kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, sich bei ihren internationalen Lieferketten verantwortungsvoll und nachhaltig zu verhalten. In einem zweiten Schritt werde nun, wie Saskia Anders von der GIZ erläuterte, ein weiteres IT-Tool entwickelt, dass Unternehmen bei ihrer Beschaffungsstrategie unterstützen will, sich einen Überblick über die Glaubwürdigkeit zahlreichen branchenspezifischen Nachhaltigkeitsstandards zu verschaffen. Abschließend präsentierten Pernod-Ricard Deutschland und der chinesische Konzern Huawei, wie sie in ihren Unternehmen soziale Verantwortung in ihren Lieferketten übernehmen.

Martina Ebensen, GIZ – Landesbüro Hessen


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